Neue Mittelschule – Was wird neu?

Aus der „Haupt-“ wird die „Mittelschule“, der schulautonome Schwerpunkt „Europa“ bleibt erhalten, sodass der vollständige Name ab 2015/16 heißen wird „Neue Europa-Mittelschule Peilstein“, kurz EMS Peilstein.

 

Eine kleine Vorgeschichte

Die Hauptschule Peilstein startete 1967/68 mit 32 Schülern in einer Klasse als Expositur von Rohrbach. Mit der Auflösung der Volksschul-Oberstufe wurde ab 1970/71 die HS für alle die Pflichtschule. Sie wurde bis 1988 in A-Zug und B-Zug (ohne Englisch) geführt. 1985/86 starteten die Schulanfänger erstmals in der „Neuen Hauptschule“. Anstelle der Züge erfolgte die Differenzierung nun in drei Leistungsgruppen in Deutsch, Mathematik und Englisch, das nun alle Schüler hatten. Diese Ära geht jetzt auch zu Ende: Ab 2015/16 werden beginnend mit der 1. Klasse die Leistungsgruppen Geschichte, die neue Devise heißt „Teamteaching“. (Die höheren Klassen laufen als HS bis 2018 aus.)

 

Was wird also neu?

Dem Trend im deutschsprachigen Raum entsprechend, wird die Pflichtschule für 10-14-jährige in „Mittelschule“ umgetauft. In Bayern und Südtirol ist dies bereits erledigt. Mit dem Namens- und Schilderwechsel ist es natürlich nicht getan, verbunden ist damit auch eine grundlegende Änderung der organisatorischen und pädagogischen Ausrichtung. Nach 30 Jahren mit Leistungsgruppen wird mit dem neuen Schultyp gesellschaftlichen Veränderungen und neuen pädagogische Entwicklungen Rechnung getragen.

Pädagogisches Konzept:

Eines der Hauptanliegen ist eine neue Lernkultur.Mit diesem Schulkonzept will man auf die Stärken und Schwächen der Schüler noch gezielter eingehen und flexibler reagieren. Die Klassifizierung als Erst-, Zweit- und Drittgruppist gehört der Vergangenheit an. Differenzierung durch Individualisierung heißt nun die Devise. Im Focus der Beurteilung soll auch nicht mehr das dauernde Fehlersuchen und –zählen stehen, sondern die Bestärkung des Schülers in dem, was er kann. Methodenkompetente Lehrer sollen die Schüler zu möglichst selbstständigem Lernen anleiten. Die NMS ist eine Leistungsschule, die die Schüler für weiterführende Schulen und das Berufsleben qualifiziert.

Teamteaching in D – E - M:

Statt in Leistungsgruppen werden die Schüler nun in D, E und M im Klassenververband von zwei Lehrkräften gemeinsam unterrichtet. Sie gehen auf die Verschiedenheit der Schüler ein, Individualisierung des Lehrens und Lernens ist nun noch mehr angesagt. Das Lehrerduo muss viel miteinander kommunzieren und sich über den Lernfortschritt der Schüler austauschen. Fallweise können auch hier vorübergehend die Schüler in Gruppen zusammengefasst werden, um diese nach Bedarf gezielter zu fordern oder zu fördern, auf Dauer ist dies jedoch verboten (sonst hätte man ja wieder die Leistungsgruppen).

Vertiefter Lehrgang und Grundlehrgang in D – E - M:

Grundsätzlich werden alle Schüler der Klasse ab der 5. Schulstufe nach dem Lehrplan der AHS-Unterstufe (= Vertiefter Lehrgang) unterrichtet. Für Schüler/innen, die sich in D – E –M schwerer tun, besteht ab der 7. Schulstufe die Möglichkeit, sie in einem „Grundlehrgang“ zu beurteilen. Schüler, die in der 8. Schst. die Mittelschule in D – E – M im Vertieften Lehrgang abschließen, haben automatisch die Berechtigung, in eine weiterführende höhere Schule zu gehen.

7-teilige Notenskala in D- E – M ab der 7. Schst.:

Vertiefter Lehrgang:              1          2          3          4          (5)

Grundlehrgang:                                                                     3         4          5

Bei der Beurteilung einer Arbeit oder im Zeugnis steht immer der Lehrgang dabei. Alle Beteiligten werden sich hier einen anderen Zugang zu den Beurteilungsstufen angewöhnen müssen. 4V ist z.B. noch eine gute Note, weil der Schüler das Lernziel erreicht hat, 5V ist automatisch 3G, was im Grundlehrgang die beste Note ist. 2G und 1G gibt es nicht, denn der Schüler ist damit bereits mit 4 und 3 im Vertieften Lehrgang gelandet. Ein „Switchen“ zwischen VL und GL ist bei jeder Arbeit möglich, ein Schüler kann also z.B. bei einer Schularbeit 3V haben und in der nächsten 3G. Entscheidend ist, wie man dann in der Endabrechnung - im Zeugnis - beurteilt ist.

Ergänzende Differenzierende Leistungsbeschreibung (EDL):

Jeder Schüler erhält zum Notenzeugnis ein 2. Blatt mit einer verbalen Leistungsbeschreibung, in die nur positive Aspekte des Schülers aufgenommen werden dürfen. (Was kann der Schüler, wo ist er gut? Nicht Fehlersuche!)

KEL-Gespräche (Kind-Eltern-Lehrer-Gespräche):

Im 1. Semester wird es einen herkömmlichen Elternsprechtag geben, im 2. Semester statt diesem ein sog. KEL-Gespräch. Dieses findet an einem festgelegten Tag nach einem genauen Terminplan in der Schule statt. Im Mittelpunkt des Gesprächs steht der Schüler, der in einem kleinen vorbereiteten Referat den Eltern und dem Lehrer berichtet, wie es ihm in der Schule so geht, er muss also sein Schülerdasein reflektieren und sollte seine Bedürfnisse und Wünsche äußern. In jeder Schulstufe wird zum leichteren Einstieg ein Rahmenthema vorgegeben, die Vorbereitung darauf erfolgt im Unterricht. Für Kurzreferat und anschließendes Gespräch sind max. 15 Minuten vorgesehen.

Stundentafel (siehe Beilage!):

Der Lehrkörper hat sich für eine schulautonome Stundentafel entschieden. (Beschlussfassung im Schulforum und von der Elternversammlung 1. Kl. EMS am 23.3.15)

Neu ist, dass Werken allgemein wie in der Volksschule koedukativ geführt wird, technische und textile Inhalte werden abwechselnd oder gemeinsam an einem Werkstück geübt. 2 GZ-Stunden korrespondieren in der 4. Kl. mit 3 Mathematikstunden, in Summe ist diese Kombination also mit 5 Stunden in dieser Jahrgangsstufe abgedeckt. Ernährung und Haushalt wird auf der 7. und 8. Schst. mit jeweils 1,5 Stunden geführt, in der Praxis sind das alle 14 Tage 3 Stunden. Geographie ist ab der 7. Schst. weiterhin alternativ mit Unterrichtssprache Englisch möglich, in Informatik werden wie gehabt die digitalen Kompetenzen erworben. Als 2. Fremdsprache wird weiterhin Italienisch als Unverbindliche Übung angeboten. Weitere UÜ sind Faustball und Informatik-ECDL.

Lehrer/innen - Fortbildungen:

Der Schulleiter ist für die Implementierung der NMS am Standort verantwortlich, ihm zur Seite steht ein/e sog. „Lerndesigner/in“ (= Hoheneder Regina), die das Kollegium bei der Einführung von neuen Unterrichtsmethoden und bei der Gestaltung von Unterricht unterstützt. Bei dieser Umstellung sind natürlich auch die Lehrer sehr gefordert. In bisher 12 schulinternen Fortbildungsnachmittagen und mehreren individuellen Fortbildungen haben sich die Lehrer/innen gut darauf vorbereitet, die Peilsteiner Lehrer/innen sind also bereits gerüstet.

Stundentafel